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Die Wägeanforderungen gemäss USP Kapitel 41 sind in einem Labor der pharmazeutischen Qualitätskontrolle (QC) verbindlich. Das Wägen stellt dort einen grundlegenden Arbeitsschritt dar, der nahezu jeden Prozessschritt beeinflusst.
Jeder Fehler im Wägeprozess kann sich auf den analytischen Gesamtprozess auswirken und zu Ungenauigkeiten im Endergebnis führen.
Um solche Abweichungen zu vermeiden, hat die United States Pharmacopeia (USP) strenge Vorgaben für Waagen definiert, die zur quantitativen Bestimmung von Analyten eingesetzt werden.
Dieses Whitepaper erläutert ausführlich die Anforderungen der 2026 Revision der USP Kapitel 41 und 1251 und gibt praktische Hinweise zur Umsetzung im Laboralltag.
Das verpflichtende Kapitel 41, “Balances”, beschreibt drei zentrale Anforderungen, die eine Waage erfüllen muss:
- Die Kalibrierung muss die Messunsicherheit beinhalten
- Eine Kalibrierung ist vor und nach jeder Operation erforderlich, die die Leistung der Waage beeinträchtigt (As-found and as-left)
- Periodische risikobasierte Leistungsprüfungen zu Empfindlichkeit und Wiederholbarkeit müssen zwischen den Kalibrierungen durchgeführt werden
Kapitel 1251 führt das Konzept eines Sicherheitsfaktors für Waagen ein, definiert als Verhältnis zwischen dem kleinsten Nettogewicht und dem Mindestgewicht. Erstmals wird dieser Faktor quantifiziert, mit empfohlenen Werten von: 2 für stabile Laborbedingungen mit geschultem Personal und 1,5 für automatisierte Prozesse wie gravimetrisches Dosieren.
Die vollständige Darstellung aller Inhalte des Allgemeinen Kapitels 1251 würde den Rahmen dieses Whitepapers sprengen. Daher konzentriert sich das Dokument auf die beiden zentralen Themen Leistungsqualifizierung und Sicherheitsfaktor. Diese Schwerpunkte wurden bewusst gewählt, da sie die routinemässigen Anwenderprüfungen des Geräts abbilden. Gerade diese Tests sind entscheidend, um sicherzustellen, dass das Instrument dauerhaft zuverlässig arbeitet, die geforderten Leistungsparameter erfüllt und somit „für den vorgesehenen Zweck geeignet“ bleibt.
FAQs
Was sind die wichtigsten Inhalte der USP‑Kapitel 41 und 1251?
- Kapitel 41 schreibt vor, dass Waagen regelmässig kalibriert werden müssen – einschliesslich der Berücksichtigung der Messunsicherheit. Eine Kalibrierung ist außerdem vor und nach jeder Tätigkeit erforderlich, die die Leistungsfähigkeit der Waage beeinflussen kann (as‑found und as‑left). Zwischen diesen Kalibrierungen müssen risikobasierte Leistungsprüfungen durchgeführt werden, die insbesondere Empfindlichkeit (Sensitivität) und Wiederholbarkeit (Präzision) überprüfen. Diese Tests dienen dazu, die Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Waage sicherzustellen. Zusätzlich muss das Gerät die Akzeptanzkriterien für Wiederholbarkeit sowie eine Genauigkeit von 0,10 % erfüllen.
- Das Whitepaper „Weighing According to US Pharmacopeia“ beschreibt diese Anforderungen umfassend. Auch SOPs für die Überprüfung der Waage stehen kostenlos zum Download bereit.
- Kapitel 1251 führt den Sicherheitsfaktor ein, definiert als Verhältnis zwischen dem kleinsten Nettogewicht und dem Mindestgewicht. Empfohlen werden: ein Sicherheitsfaktor von 2 für stabile Laborbedingungen mit geschultem Personal, und ein Faktor von 1,5 für automatisierte Prozesse, zum Beispiel gravimetrisches Dosieren.
Wie unterstützt METTLER TOLEDO?
METTLER TOLEDO bietet das USP 41‑„Waagen“-Zertifikat an. Dieses überprüft, ob Ihre Waage die strengen Anforderungen an Genauigkeit und Wiederholbarkeit erfüllt – inklusive des Akzeptanzkriteriums von 0,10 %. In Kombination mit dem Accuracy Calibration Certificate - Kalibrierzertifikat (ACC), das den Vorgaben von EURAMET cg‑18 entspricht, die erforderliche Messunsicherheit berücksichtigt und sowohl as‑found‑ als auch as‑left‑Ergebnisse ausweist, können die Anforderungen beider USP Kapitel überprüft werden.
Wer ist von USP Kapitel 41 betroffen?
Die United States Pharmacopeia (USP) ist das einzige Referenzwerk für die Qualitätskontrolle von Arzneimitteln in den Vereinigten Staaten. Daher ist es auch für Pharmaunternehmen in anderen Regionen der Welt verbindlich, die beabsichtigen, auf den US-Markt zu exportieren. Daher hat es einen ähnlichen rechtlichen Status wie die Europäische Pharmakopoei (Ph. Eur.) in Europa und wird von der Food and Drug Administration (FDA) durchgesetzt.
Ich bin mit Ph. Eur. konform – brauche ich auch ein USP 41-Zertifikat?
Ja. Jedes Zertifikat enthält spezielle Erklärungen zur Dokumentation der Einhaltung gemäss der jeweiligen Pharmakopöe. Wenn in der Kundendokumentation Verweise gemacht werden, können sie sich speziell auf Ph. Eur. Kapitel 2.1.7 beziehen oder zu USP Kapitel 41.









