Direktverdrängerpipetten sind speziell für das Pipettieren von viskosen, flüchtigen, schäumenden oder dichten Flüssigkeiten sowie von korrosiven oder gefährlichen Medien ausgelegt. Darüber hinaus eignen sie sich für Anwendungen über einen breiten Temperaturbereich von 4 °C bis 37 °C. Selbstverständlich können Direktverdrängerpipetten auch wässrige Flüssigkeiten zuverlässig pipettieren.
Luftpolsterpipetten, auch Luftverdrängungspipetten genannt, enthalten Luft zwischen der Spitzenöffnung und der Kolbendichtung im Inneren des Pipettengriffs. Dieses Luftpolster kann sich insbesondere beim Pipettieren viskoser Flüssigkeiten ausdehnen oder komprimieren, was die Genauigkeit beeinträchtigen kann. Zudem gibt es bei Luftpolsterpipetten keine Barriere gegen Aerosole oder die schnelle Verdunstung flüchtiger Flüssigkeiten in den Innenraum der Pipette.
Direktverdrängerpipetten hingegen besitzen kein Luftpolster zwischen Probe und Kolbendichtung. Die Kolbendichtung befindet sich direkt an der Spitzenöffnung – am Ende des Einwegkolbens innerhalb der Einwegspritzen-Spitze. Durch dieses Konstruktionsprinzip erreichen Direktverdrängerpipetten eine ausgezeichnete Genauigkeit und verhindern gleichzeitig, dass Aerosole, Schaum oder Dämpfe in das Innere der Pipette gelangen.