Die Zellzählung ist eine der am häufigsten durchgeführten Aufgaben in Arbeitsabläufen der Zellbiologie und wird bei der Vorbereitung von Zellen für die Kultur, das Passagieren, die Transfektion, die Genbearbeitung oder die Assay-Entwicklung eingesetzt. Dennoch verlassen sich viele Labore weiterhin auf die manuelle Zählung mit Hämozytometern, eine Technik, die sich seit mehr als einem Jahrhundert kaum verändert hat. Obwohl weit verbreitet, kann die manuelle Zählung zeitaufwendig, arbeitsintensiv und anfällig für Unterschiede zwischen Anwendern sein, was bedeutet, dass die Ergebnisse oft vom individuellen Urteil abhängen, insbesondere bei der Beurteilung von Zellviabilität und Morphologie.
Alternative Technologien bieten eine höhere Genauigkeit und einen höheren Durchsatz, haben aber auch ihre eigenen Einschränkungen. Resistive-Pulse-Sensing-Systeme können beispielsweise große Zellzahlen schnell verarbeiten, liefern jedoch nur begrenzte Informationen über den Zustand und die Morphologie der Zellen. Im Gegensatz dazu liefert die Durchflusszytometrie zwar hochdetaillierte Daten, erfordert jedoch häufig spezialisiertes Fachwissen, erhebliche Investitionen und dedizierten Laborraum. Daher stehen viele Forschende vor einem Kompromiss zwischen Einfachheit, Geschwindigkeit, Genauigkeit und der Tiefe der Informationen, die bei jeder Messung verfügbar sind.