Die Resultatwerte bei der potenziometrischen EP- und EQP-Titration sind zu hoch oder schwanken. Darüber hinaus ist kein EQP erkennbar und mit EP-Titrationen wird kein Endpunkt erlangt. Was könnte hierfür die Ursache sein?
Die Ansprechzeit des Glas- oder Metallringsensors ist zu langsam, um die festgelegten Titrationsparameter bei der entsprechenden Titrationsmethode einzuhalten.
Wenn die Ansprechzeit des Sensors langsamer ist, als zu dem Zeitpunkt, an dem die Methode für die Endpunkt- bzw. die Äquivalenzpunkttitration entwickelt und programmiert wurde, können fälschlicherweise hohe Resultate entstehen. Der langsam ansprechende Sensor regiert nicht ausreichend schnell, um das Potenzial genau darzustellen und zu speichern und ein überschüssiges Volumen kann hinzugefügt werden, bevor die Angaben korrekt sind.
Bei pH-Sensoren kann auch die im Titrator verfügbare „Sensorprüfroutine“ durchgeführt werden, um eindeutige Daten darüber zu erhalten, ob der Sensor auf Veränderung des Potenzials gemäss den Erwartungen reagiert. Ausserdem bildet die Überwachung der Titrationszeiten eine gute Grundlage, um zu entscheiden, ob ein Sensor regeneriert oder ausgetauscht werden sollte.
Wenn eine Endpunkttitration durchgeführt wird, ist entscheidend, dass die Zugabegeschwindigkeit des Titriermittels mit der Ansprechzeit des Sensors sowie der Reaktionsgeschwindigkeit übereinstimmt. Ein neuer, schnell ansprechender Sensor könnte einer schnellen Titriermittelzugabe folgen. Mit der Zeit nimmt die Sensorleistung ab, die Ansprechzeit verlangsamt sich und der Sensor misst die Potenzialdifferenz eventuell nicht schnell genug, wie es von der schnellen Titriermittelzugabe vorgegeben wird. Folglich wird ein zu grosses Volumen an Titriermittel hinzugefügt, das zu einem Volumenfehler und fehlerhaften Resultaten führt (siehe schematische Darstellung der Titrierkurve).

Wird eine EQP-Titration mit
a. strengen Kriterien zur Messwerterfassung des Gleichgewichts durchgeführt, d. h. ein stabiler Potenzialmesswert (< 0,1 mV) soll innerhalb kurzer Zeit erreicht werden (< 1 Sek.) oder
b. mit einer kurzfristigen Messwerterfassungszeit, d. h. < 1 Sek., ausgeführt,
reagiert ein langsam ansprechender Sensor nicht entsprechend auf die tatsächliche Potenzialveränderung der Probenlösung während der Titriermittelzugabe. Dies könnte fälschlicherweise zu hohen Resultaten führen, da der Titrator weiterhin Titriermittel hinzugibt, bevor der Sensor auf das sich verändernde Potenzial reagieren kann (siehe schematische Kurvendarstellung).
Der Einsatz eines neuen Sensors am Titrator und die erneute Durchführung der Analyse bieten eine schnelle Fehlersuche, um zu überprüfen, ob ein verschlissener Sensor die Ursache für die zu hohen Resultate ist.
